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Teilprojekt S4


Ästhetiken der Affizierung

 

Prof. Dr. Andreas Gelz
Prof. Dr. Barbara Korte
Prof. (apl.) Dr. Stefanie Lethbridge
Prof. Dr. Stefan Tilg
Prof. Dr. Ralf von den Hoff
Dr. Tobias Schlechtriemen

Romanisches Seminar
Englisches Seminar
Seminar für Griechische und Lateinische Philologie
Klassische Archäologie
Institut für Soziologie

 

Assoziierte Mitglieder

Prof. Dr. Achim Aurnhammer
Deutsches Seminar

Prof. Dr. Thomas Seedorf
Hochschule für Musik, Karlsruhe:  Institut für Musikinformatik und Musikwissenschaft


 

Das Teilprojekt geht aus bisherigen Untersuchungen des SFB zu Artikulationsformen, Attraktionskraft und Medialitäten des Heroischen sowie aus TP hervor, die sich in vertiefter Weise Ästhetiken des Heroischen und ihren Wirkungen gewidmet haben. Es fußt auf der im SFB gewonnenen Einsicht, dass sich in heroischen Figuren kollektive Zuschreibungen wie Werte, Sehnsüchte oder allgemeiner die prägenden Erfahrungs- und Problemlagen einer Gesellschaft bündeln. Als »gestalthafter Fokus« wirken heroische Figuren affizierend und polarisierend, stellen bisherige Grenzziehungen infrage und bilden somit den Anlass zu gesellschaftlicher Selbstverständigung und Konfliktverhandlung – Prozesse, für die Heroisierungen gleichzeitig auch Indizien sein können.
 Konstitutiv sind dafür, so eine Ausgangsthese des SFB, die medialen Vermittlungsweisen des Heroischen, die mit ästhetischen Formen verbunden sind. Bestimmte Darstellungsformen, etwa die Gattung des Epos, stehen dem Heroischen in besonderer Weise nahe. Glanz, Größe und Vereinzelung oder auch bestimmte visuelle und klangliche Effekte intensivieren seine affizierende Wirkung ebenso wie Bezüge auf ästhetische Präfigurate. Das TP greift zudem die Beobachtung auf, dass gegenwärtig in den Feldern des Sozialen, Politischen und Ökonomischen Ästhetisierungen und damit verbundene Affektwirkungen an Bedeutung gewinnen und diese oft Heroisierungen oder dem Heroischen affine Ästhetiken einschließen.
 Ziel des TP ist es, die bisherigen Forschungen des SFB zu ästhetischen Darstellungsformen des Heroischen, ihren Wirkungen und sozialen Figurationen zu Synthesen zu führen und auf Affektdynamiken hin zu perspektivieren. In vertiefender Forschung soll geprüft werden, in welcher Weise in historisch-sozialen Konstellationen zwischen der Antike und der Gegenwart Heldenfiguren ästhetisch-affizierend Aufmerksamkeiten erzeugen und lenken. Gefragt wird dabei zum einen nach dem Wirkungspotenzial des Heroischen, das bspw. in bestimmten Stilformen, Genres oder »Pathosformeln« zum Ausdruck kommt, und zum anderen nach deren Anteil an der Aushandlung des Sozialen vor allem in Umbruchssituationen. Insofern versteht das TP das Heroische als eine Analysekategorie, die grundlegende Fragen nach den Zusammenhängen zwischen Ästhetik, Affekt und sozialer Dynamik zu beantworten hilft.
 Das TP verbindet Zugänge der Bild-, Literatur- und Kulturwissenschaft (Anglistik, Romanistik, Klassische Philologie, Klassische Archäologie) und der Kultursoziologie. Durch eine*n Postdoktorand*in wird die Kunstgeschichte integriert und damit die bildwissenschaftliche Kompetenz gestärkt; durch eine musikwissenschaftliche Dissertation wird der mediale Rahmen erweitert und ein Akzent auf die Rezeptionsanalyse gesetzt.

Anmeldung
Der interne Bereich finden Sie nun auf der Teamplattform des SFB 948. Hinweise zum Login und zur Bedienung der Teamplattform finden Sie in diesem Dokument.