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Abschlussphase

Helden – Heroisierungen – Heroismen. Transformationen und Konjunkturen von der Antike bis zur Moderne

Das Ziel des SFB 948 »Helden – Heroisierungen – Heroismen« ist die Untersuchung des Heroischen von der Antike bis zur Gegenwart in einer transdisziplinären, kulturhistorisch-sozialen Perspektive. Sein Interesse gilt der Frage, warum und wie Gemeinschaften so persistent Heldinnen und Helden zum gestalthaften Fokus ihrer Selbstverständigung machen und in welchem Spannungsverhältnis die Exzeptionalität der Figuren zum Normengefüge jener sozialen Ordnungen steht, die durch sie vermittelt, stabilisiert, aber auch infrage gestellt werden.

   In den beiden ersten Förderphasen des SFB wurden in 34 Fallstudien Heroisierungen und Heroismen in bestimmten Epochen, Räumen, politisch-sozialen Konstellationen und Medien untersucht – von der griechisch-römischen Antike bis zur Gegenwart, in Europa, europäisch geprägten Räumen, im Nahen und Mittleren Osten und in China. Im interdisziplinären Verbund hat der SFB theoretische und historisch differenzierte Bestimmungen des Heroischen erarbeitet und seine Zusammenhänge mit grundlegenden Erfahrungsbereichen und kulturellen Praktiken untersucht, insbesondere mit Gewalt, Sakralität und Religion, Tod, Globalisierung und Geschlechterordnungen, mit Arbeit, Sport und Kunst. In der zweiten Förderphase wurde das Compendium heroicum als Online-Referenzwerk für Phänomene des Heroischen entwickelt.

   Auf der Grundlage der bisherigen Ergebnisse soll die dritte Förderphase des SFB (2020-2024) systematisch als Abschlussphase gestaltet werden. Sie zielt deshalb (1) organisatorisch auf eine in den Teilprojekten vertiefte Interdisziplinarität und (2) auf inhaltliche Synthesen der bisherigen Studien. Diese werden (3) in solchen Feldern vertieft, für die der Blick auf das Heroische als Analysekategorie kultur- und sozialgeschichtlicher Forschung aufschließenden Charakter besitzt. Aus ihnen leiten sich die vier interdisziplinär angelegten Teilprojekten der Abschlussphase ab: »Umbrüche« (S1), »Personalisierung« (S2), »Maskulinität(en)« (S3) und »Ästhetiken« (S4). Mit dieser Orientierung auf das Erklärungspotenzial des Heroischen wird gezielt ein Anschluss an andere Forschungen in den Sozial- und Geisteswissenschaften erreicht, der zudem durch Kooperationen mit Verbundvorhaben vertieft wird, die zu den Themen der Teilprojekten eine besondere Affinität besitzen.

   Um nachhaltig in die aktuelle Forschung hineinzuwirken, sollen neben systematischen Veröffentlichungen der vier Teilprojekten die Forschungsergebnisse durch die Weiterentwicklung und den Abschluss des Compendium heroicum (H) sowie durch die Entwicklung eines Online-Portals zu sämtlichen Forschungen des SFB (INF) zusammenhängend erfasst und publiziert werden (4). Da dem Heroischen gegenwärtig – bei weiterhin kontroverser Beurteilung – eine gesteigerte gesellschaftliche Aufmerksamkeit zukommt, sieht der SFB schließlich eine Aufgabe (5) in einer Intensivierung seines Wissenstransfers: Die Forschungsergebnisse und -perspektiven werden durch ein Ausstellungsprojekt (T) und die Entwicklung von Lehrmodulen für die Lehrer- und Schulbildung (Ö) unterschiedlichen Gruppen der außeruniversitären Öffentlichkeit nahegebracht.

   In seiner transdisziplinären Ausrichtung vereint der SFB in seiner dritten Förderphase wie bisher Geschichts-, Literatur- und Bildwissenschaften, die Islamwissenschaft, die Sinologie, Soziologie und Theologie; eine fachliche Ergänzung ist die Philosophie. Hinzu kommen für den Abschluss des Vorhabens die Universitätsbibliothek (INF) und das Freiburg Advanced Center of Education (FACE) der Universität Freiburg (Ö), sowie das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) als Verbundpartner für die Ausstellung (T).

   In seiner Abschlussphase verfolgt der SFB zwei weitere, über die thematische Fragestellung hinausweisende grundsätzliche Ziele: Er will erstens beispielhaft aufzeigen, in welcher Weise transdisziplinäre Forschung in den Geisteswissenschaften innovativ zu einem nachhaltig wirksamen Abschluss gebracht werden und wie sie für die Wissenschaft Instrumente zur Verfügung stellen kann. Zweitens, und damit einhergehend, will er Möglichkeiten für die Sichtbarkeit und Wirkung geisteswissenschaftlicher Forschung zu aktuell relevanten Themen im Wissenstransfer demonstrieren.

Anmeldung
Der interne Bereich finden Sie nun auf der Teamplattform des SFB 948. Hinweise zum Login und zur Bedienung der Teamplattform finden Sie in diesem Dokument.