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Teilprojekt D9


Sport und das Heroische in der französischen Literatur von der Zwischenkriegszeit bis heute

 

Prof. Dr. Andreas Gelz
Claudia Müller

Romanisches Seminar


Der Sport avanciert im 20. und 21. Jahrhundert zu einem wichtigen Bereich des Heroischen in der modernen Gesellschaft. Er bringt Helden hervor, die nicht zuletzt über ihre literarische Vermittlung gesellschaftliche Wirksamkeit entfalten. Die Beschreibung solcher heroischer Darstellungsmuster des Sports in der französischsprachigen Erzählliteratur von der Zwischenkriegszeit bis ins 21. Jahrhundert ist das Ziel des Teilprojekts. Die in den Texten oftmals entworfene Selbstbeschreibung des Sportlers im Zeichen des Heroischen sowie gesellschaftliche Zuschreibungen bzw. Funktionalisierungen des Sporthelden stellen zwei wesentliche Untersuchungsschwerpunkte dar, das Spannungsfeld zwischen einer programmatischen Universalität des Sports insbesondere in der ersten Hälfte des 20. Jhs. und seiner Internationalisierung bzw. Globalisierung in der zweiten Hälfte einen wichtigen Kontextfaktor. Es geht darüber hinaus um metatextuelle und autoreflexive Thematisierungen der Bezüge zwischen Literatur und Sport, die auf die Erneuerung der literarischen Formensprache abzielen und damit auf die Erkundung heute verbleibender sprachlicher Ausdrucksformen des Heroischen. Im Rahmen des Teilprojekts wird der Sport als boundary work begriffen, als ein Handeln, das die Transzendierung natürlicher bzw. körperlicher Grenzen, die Ästhetisierung der eigenen Existenz im Modus der Performanz sowie die Erfahrung sinnerfüllter Präsenz erlaubt. Diese für das Heroische konstitutive Aspekte werden von der Literatur aufgenommen und durch sie katalysiert. Der Sportler als Held, der Sport als heroische Praxis und die Sportstätte als Raum des Heroischen erscheinen in den Texten somit als Projektionsfigur, Projektionsfläche und – raum einer Begegnung des Menschen mit sich selbst. Was spätestens in den 1920er Jahren v.a. in Frankreich begann, ist inzwischen zu einem weltweiten und ausdifferenzierten Phänomen sowohl der Populärliteratur als auch des literarischen Höhenkamms geworden. Das Teilprojekt versucht diesem Umstand mit zwei Unterprojekten gerecht zu werden. So wird in einer Teilstudie im Rahmen einer Dissertation die Zwischenkriegszeit in Frankreich und damit der Beginn einer intensiven literarischen Beschäftigung mit dem Sport in den Blick genommen. Eine weitere Teilstudie fragt nach dem auffälligen und erneut starken Interesse am Sport in der französischen Gegenwartsliteratur.

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