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Freiburger China-Gespräche 2017 "Heldinnen und Helden - in China und anderswo"

Die „Freiburger China-Gespräche“ sind eine öffentliche Vortragsreihe, die 2011 ins Leben gerufen wurde und mittlerweile eine feste Institution ist. Hochrangige Referentinnen und Referenten aus Deutschland und China tragen zu aktuellen Chinathemen vor. Bisherige Themenschwerpunkte waren „China als Zukunftsfrage“, „China aktuell“, „Ideologien und Werte“, „Chinesische Gesellschaft im Umbruch“, „China in der Praxis“ und „China in den Brennpunkten des Weltgeschehens“.

Für die siebte Staffel 2017 haben sich einmalig das China Forum Freiburg e.V., der Sonderforschungsbereich „Helden – Heroisierungen – Heroismen“ und das Institut für Sinologie der Universität Freiburg zusammengetan, um chinesische Heldinnen und Helden in vergleichender Perspektive zu thematisieren.

Heldinnen und Helden - in China und anderswo

In allen Zeiten und überall in der Welt wurden und werden Menschen als Heldinnen und Helden ausgezeichnet, nachgeahmt und verehrt. Die Vortragsreihe nimmt Beispiele aus der Geschichte und Gegenwart Chinas in den Blick und vergleicht sie mit Figuren aus anderen Gesellschaften: Dissidenten, politische Führer, Unternehmer und Künstler. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Helden, Vorbildern und Stars?

 

Do., 18. Mai | 18:30 Uhr | Historisches Kaufhaus

Helden des Westens? FriedensnobelpreisträgerInnen in China und im Iran zwischen Heroisierung und Diffamierung

Prof. Dr. Tim Epkenhans (Universität Freiburg)
Dr. Kristin Shi-Kupfer (MERICS Berlin)

Der inhaftierte Bürgerrechtler Liu Xiaobo (ausgezeichnet 2009) und die Juristin Shirin Ebadi (ausgezeichnet 2003) sind in ihrer jeweiligen Heimat ambivalente Helden. Beide Preisträger wurden international für ihren zivilgesellschaftlichen Einsatz gewürdigt. In China und im Iran überwiegen allerdings negative bis diffamierende Darstellungen der Auszeichnung. Der Vortrag geht auf die Gründe für diese ambivalente Rezeption ein.

 

Mi., 21. Juni | 18:30 Uhr | Historisches Kaufhaus

Stalin und Mao: Der Kult um die großen Führer

Prof. Dr. Daniel Leese (Universität Freiburg)
Prof. Dr. Dietmar Neutatz (Universität Freiburg)

Sie haben Millionen Menschen auf dem Gewissen, aber in Russland und China werden die beiden Diktatoren heute noch (oder wieder) von vielen als die größten Gestalten in der Geschichte ihres Landes verehrt. Der Schrecken und die Verbrechen ihrer Herrschaft werden ausgeblendet und verharmlost. Wie ist das zu erklären?

 

Mo., 13. November | 18:30 Uhr | Historisches Kaufhaus

Helden des Kapitalismus: Steve Jobs und Jack Ma

Prof. Dr. Nicola Spakowski, Jennifer Stapornwongkul,
Prof. Dr. Markus Tauschek (alle Universität Freiburg)

Unternehmer kämpfen um Erfolg und werden so zu Helden des Kapitalismus. Manche erreichen sogar den Status von Stars. Dies gilt sogar für den Kapitalismus „chinesischer Prägung“. Aber sind diese Helden aus unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Kontexten wirklich gleich? Wie wird aus einem erfolgreichen Unternehmer überhaupt ein Star? Welche Rolle spielen Inszenierung und mediale Aufmerksamkeit?

 

Mi., 06. Dezember | 18:30 Uhr | Historisches Kaufhaus

Stars mit dem System und gegen das System: Kurt Cobain und Cao Fei

Prof. Dr. Daria Berg (Universität St. Gallen)
Dr. Nicole Falkenhayner (Universität Freiburg)

Der 1994 verstorbene amerikanische Grundge-Musiker Kurt Cobain
wurde im Widerstand gegen das kommerzielle Mediensystem zum Star, die chinesische Medienkünstlerin Cao Fei hingegen arbeitet mit und in den neuen Medien, und mit und in dem System, das sie zum Star macht – sie ironisiert es aber auch. Der Vortrag stellt dar, wie beide Künstler in der Spezifik ihrer Zeit und dem jeweiligen Gesellschaftssystem zu Stars werden konnten

 

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei!

Über kurze Anmeldung per Mail freuen wir uns: christine.strecker@fwtm.de

 

Veranstalter:
China Forum Freiburg e.V.
Sonderforschungsbereich „Helden - Heroisierungen - Heroismen“
Institut für Sinologie der Universität Freiburg

Anmeldung
"Das Heroische. — Das Heroische besteht darin, dass man Großes tut (oder etwas in großer Weise nicht tut), ohne sich im Wettkampfe mit anderen, vor anderen zu fühlen. Der Heros trägt die Einöde und den heiligen unbetretbaren Grenzbezirk immer mit sich, wohin er auch gehe."
Friedrich Nietzsche (Menschliches, Allzumenschliches II, Aphorismus 337)